Herzblut im Herz der Alpen

Almgeschichten, 25.10.2022

Der Glanz in Bernadette Eberls Augen ist nicht zu übersehen, wenn sie von ihrem Leben hoch oben auf der Alm erzählt. Auch wenn sie nie damit gerechnet hätte, einmal Bäuerin zu werden, so schlägt ihr Herz für die Landwirtschaft. Zu Besuch auf der Grubenhütte im Tiroler Zillertal.

 

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2015 nahm alles seinen Anfang. Denn da hat Bernadette auf den Obereggerhof ins hintere Zillertal geheiratet, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael einen Bergbauernhof auf 1.200 Metern Seehöhe bewirtschaftet. Seit der Übernahme hat sich einiges getan; als erster Schritt wurden alle drei Ferienwohnungen modernisiert und mit viel Liebe zum Detail auf den neuesten Stand gebracht. Das urige Bauernhaus erstrahlt nach Renovierungsarbeiten im neuen Glanz. So viel zur „Hardware“. Radikale Anpassungen die „Software“ betreffend waren gar nicht nötig, übernimmt die Jungfamilie doch einen sehr aktiven, funktionierenden Betrieb, der seit Generationen verbindet und ernährt.

„Jedes Brettl erzählt hier eine Geschichte“

Zum Hof gehört die Grubenhütte auf 1.600 Metern Seehöhe, deren Aufzeichnungen bis ins Jahr 1741 zurückgehen. Vor knapp 10 Jahren wurde die Hütte aufwendig saniert. Zu den größten Errungenschaften zählt das frische und kristallklare Quellwasser, das seither vor und in der Almhütte sprudelt. Bernadette hat damals während des Almsommers die alten Balken eigenhändig abgebürstet und gesäubert. „Das Herzblut meiner Familie steckt hier oben drinnen.“ Seither verströmt die Hütte trotz Modernisierung einen Hauch der guten, alten Zeit. Der Spagat zwischen Alt und Neu ist mehr als gelungen und Gäste freuen sich auf die Auszeit weit weg vom Alltagsstress.

Bernadette erzählt von einem Stammgast: „Er gibt mir im Tal sein iPad und sein iPhone und holt es nach 10 Tagen Urlaub auf der Almhütte wieder ab.“ Digital Detox auf der Alm sozusagen, wo man von zahlreichen analogen Ablenkungen wie der atemberaubenden Bergkulisse der mächtigen Zillertaler Alpen umgeben ist und seine Devices getrost für ein paar Tage vergessen kann. Auch, dass es keinen Fernseher gibt, war eine bewusste Entscheidung.

Hier steckt das Herzblut meiner ganzen Familie drin.

Bernadette Eberl über die Grubenhütte

Ruhe, Selbstbestimmung, Entspannung, Freiheit

Dort, in einem der schönsten Ecken Tirols, ist es eigentlich das ganze Jahr hindurch ruhig und beschaulich. „Wer zu uns kommt, der sucht das Abgelegene, die Ruhe und die Freiheit“, beleuchtet Bernadette Eberl die Motivation ihrer Gäste, die gut nachvollziehbar ist. 

Denn auf der Alm spürt man sie wieder, die „alte“ Freiheit, die vielen fremd geworden ist und denen die Jüngsten oftmals noch gar nie begegnet sind. Da dürfen die Kinder den ganzen Tag ausgelassen toben, Fragen stellen und Bernadette neugierig über die Schulter schauen, wenn sie die Kühe melkt. „Es ärgert mich oft, dass man in der Werbung Klischees vermittelt, die so einfach nicht stimmen. Woher sollen unsere Gäste wissen, dass man nicht durchs kniehohe Gras wandern soll, wenn es täglich im TV zu sehen ist?“ Ihr ist es ein Anliegen, die Menschen diesbezüglich aufzuklären. „Wir sind ehrlich und authentisch und leben eine echte Landwirtschaft. Bei uns sind die Kühe angebunden, deswegen geht’s den Tieren aber nicht schlecht.“, so Bernadette, die gerne einen Blick hinter die Kulissen gewährt und sich freut, wenn Gäste Interesse an der bäuerlichen Lebenswelt zeigen.

Bei uns sind die Kühe angebunden, deswegen geht’s den Tieren aber nicht schlecht!

Bernadette liegt das Wohl ihrer Tiere sehr am Herzen

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