Oskar-prämierter Most und Edelbrand

Hofgeschichten, 30.09.2021, Urlaub am Bauernhof Oberösterreich

Am Radlerbauernhof Moser kreiert Österreichs Produzent des Jahres prämierte Edelbrände, sortenreine Moste und Wein. Erfahre hier, wie Most und Edelbrand hergestellt werden!

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Medaillen und Preise der Auszeichnung GenussKrone liegen auf einem Tisch | © Urlaub am Bauernhof Oberösterreich / Harald Puchegger

Apfel, Weichsel, Quitte & Co

Am Radlerbauernhof Moser in Mitterkirchen im Mühlviertel dreht sich alles um Obst. Äpfel, Birnen, Quitten, Weichsel, Marillen und Weintrauben wachsen hier, am nördlichen Ufer der Donau, in Hülle und Fülle. Christine und Andreas lassen ihre Gäste tief ins Glas schauen. Sei es ein Stamperl, ein Weinkelch oder eine Halbe Most. Wobei… halt. Wer bei Most an ein saures Bauerngetränk denkt, täuscht sich gewaltig. Andreas sieht sich als Botschafter, der den Ruf dieses Naturprodukts wieder geraderücken möchte.

And the Oscar goes to… Andreas!

Andreas Moser ist ein Profi auf seinem Gebiet. Als ausgebildeter Most- und Edelbrandsommelier kann ihm keiner was vormachen. Drei Mal durfte er bereits die begehrte Auszeichnung „Österreichs Produzent des Jahres“ einheimsen. Zuletzt im Jahr 2019. Das ist quasi der Oskar der Direktvermarkter. Rund 4.000 Produkte gehen beim größten Wettbewerb für bäuerliche Produkte Europas pro Jahr ins Rennen. Doch nach Medaillen, Pokalen und Anerkennung zu streben, das liegt Andreas und Christine fern. „Das Wichtigste ist trotzdem, dass dem Gast die Produkte und Spezialitäten, die man selbst macht, schmecken“, resümiert Andreas.

Jedes Jahr werden am Radlerbauernhof Moser zwischen 6.000 und 9.000 Liter Most, rund 5.000 Liter Saft (Apfel, Birne und Traube) und 1.000 Liter Weißwein produziert. Edler Essig wie z.B. Apfel-Balsam-Essig oder Apfel-Quitten-Essig ergänzt das Sortiment. Was für Christine und Andreas im Vordergrund steht: „Das, was man selbst hat, ins Rampenlicht zu stellen.“ Die beiden wissen, wie sie das Beste aus ihren Ressourcen am Hof machen. Es wird nichts zugesetzt und so wenig wie möglich zugekauft. Ein Gewölbekeller aus roten Ziegelsteinen bietet das perfekte Ambiente, um die edlen Erzeugnisse zu verkosten. Bei einem Urlaub am Radlerbauernhof Moser kommt man um das eine oder andere Glas Most nicht herum. Kein Grund, das Gesicht zu verziehen. Most hat vielleicht mancherorts einen schlechten Ruf. Dass es sich um ein äußerst edles Getränk handelt, davon kann sich jeder Gast hier selbst überzeugen.

„Die Herstellung von Most ist genauso anspruchsvoll wie die von Wein.“

Andreas vom Radlerbauernhof Moser

Dorschbirne, Stiegelbirne, Apfel Cuvée – Warum Most nicht gleich Most ist

„Die Herstellung von Most ist genauso anspruchsvoll wie die von Wein“, sagt Andreas. Bei der Produktion richtet sich Andreas nach der Natur. Das reife Obst aus dem eigenen Obstgarten wird von Hand gelesen, säuberlich gewaschen, zermahlen und gepresst. Der Saft kommt für 2 bis 3 Wochen in Gärbehälter. Dabei wird der im Obst natürlich enthaltene Fruchtzucker in Alkohol umgewandelt. Die Trübstoffe setzen sich am Boden ab. Anschließend darf der Most in neuen Fässern für 2-3 Wochen lagern und reifen. Mit einem Alkoholgehalt von 6% vol-8% vol. reiht sich Most zwischen Bier und Wein ein. Andreas legt besonders großen Wert darauf, dass der Geschmack der Frucht voll zur Geltung kommt. Deshalb können sich Gäste durch ganze sieben Sorten Most kosten. Wie aus Früchten exquisiter Most wird, erfährst du hier.

Nur voll reife Früchte, die von selbst vom Baum fallen, werden von Hand gelesen. Bei 200 Obstbäumen ist das eine Menge Arbeit.

Edelbrand vom Feinsten

Schnaps brennen – das ist eine Tradition, die auf vielen Bauernhöfen rege gepflegt wird. Das volle Aroma der reifen Früchte in den glasklaren Schnaps zu bringen, ist eine edle Kunst. Etwa ein Jahr dauert der gesamte Prozess. Ob am Ende ein aromatischer Edelbrand dabei herauskommt, entscheidet sich aber schon ganz am Anfang: beim Obstsammeln. Nur voll reife Früchte, die von selbst vom Baum fallen, werden von Hand gelesen. Bei 200 Obstbäumen ist das eine Menge Arbeit. Auch Gäste können ihre helfenden Hände hier zum Einsatz bringen. Je mehr helfende Hände, desto besser. Anschließend wird das Obst aussortiert, zerkleinert und behutsam in Nirosta- oder Kunststofffässern eingemaischt. Luftdicht abgeschlossen, gärt die Maische für 2-3 Wochen. Dabei wird der Fruchtzucker von Hefepilzen in Alkohol umgewandelt. Gase, die dabei entstehen, können durch ein Überdruckventil, den sogenannten Gärspund entweichen. Die Maische wird anschließend in einer Kolonnenbrennerei zu Schnaps gebrannt. 120 Liter Maische fasst dieses glänzende Hilfsmittel, das wie ein futuristisches Kunstobjekt aussieht. Andreas heizt seine Schnapsbrennerei ganz traditionell mit Holz. Es ist viel Erfahrung nötig, um die Temperatur konstant zu halten, Holzscheit für Holzscheit. Doch man kann sich sowieso kaum vom Fleck bewegen, wenn man eine hohe Qualität erzeugen will. „Beim Schnapsbrennen muss man Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf voneinander abtrennen. Deshalb muss man sowieso dabei sein, damit man das richtig gut macht“, erklärt Andreas.

Neben den Klassikern wie Williams Birne, Zwetschke oder Marille entdecken Genießer auch so manche Raritäten im Sortiment. Mispeln und Kriecherl zum Beispiel. Für alle, die es süßer mögen, gibt es selbst angesetzte Liköre aus Johannisbeere, Jostabeere, Weichsel und mehr. Sehr beliebt ist der Dirndllikör aus den heimischen „Dirndl“ oder Kornelkirschen. Aus dem hofeigenen Getreide wird Dinkelwhiskey hergestellt. Die Highlights von Andreas bleiben aber die Klassiker, die typisch für seine Heimatregion sind. Zwetschkenbrand, zum Beispiel.

Reben statt Rüben - Im Weingarten in Oberösterreich

Wer an österreichischen Wein denkt, dem kommen das Weinviertel, die Wachau oder die Südsteiermark in den Sinn. Oberösterreich? Wirklich? Ja! Auch in Oberösterreich herrschen vielerorts die idealen Bedingungen für Weinbau. Am Ufer der Donau zum Beispiel. Vor mehr als 15 Jahren haben Christine und Andreas den Gemüseacker in einen Weingarten umgewandelt. Statt Rüben wachsen nun Reben. Natürlich hinterlassen die Feinschmecker auch beim Wein nichts dem Zufall. Pilzresistente, neue Rebsorten wie Bianca und Isabella gedeihen im Weingarten. Sie sind widerstandsfähig und benötigen daher fast keine Spritzmittel. Und so wurde aus der Mostschenke auch ein Heuriger. 

Wer jetzt noch nicht genug Gründe hat, um den Radlerbauernhof Moser zu besuchen, dem sei gesagt: Eis vom Konditor, aus den eigenen Früchten, frische Bauernkrapfen, selbst gebackenes Brot und Fleisch-Spezialitäten, die am Hof verarbeitet werden – auf der Speisekarte wird garantiert jeder fündig. Allein schon deshalb empfehlen wir, aus dem Zwischenstopp am Radweg eine längere Pause zu machen. Ein Urlaub bei Christine und Andreas ist eine kulinarische Offenbarung!

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