Wo menschliche Empathie spürbar wird

Hofgeschichten, 18.10.2020, Sabine Ertl

Fabian lebt in Deutschlands Metropole Berlin. Einer Stadt, die er liebt. Doch einmal im Jahr ist der Ruf der Natur stärker als der des Großstadtrummels. Dann fährt er mit seiner Tochter nach Kärnten zu Günter und Heike Zeilinger auf ihr Natur Gut Lassen, um durchzuatmen und Kraft zu schöpfen. Ein Ort, der für Fabian kurzum vollkommen ist.

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Männer geben sich die Hand am Weg | © Urlaub am Bauernhof Kärnten/ Daniel Gollner

Wo menschliche Empathie spürbar wird

Als Fabian auf der Suche nach der perfekten Urlaubsdestination gedankenverloren in einem Reisemagazin schmökerte und auf das Natur Gut Lassen von Günter und Heike Zeilinger in Kärnten stieß, war für ihn – noch bevor er umblätterte – klar: Da will ich hin. Das Zugticket für ihn und seine Tochter in der Tasche, ging es wenige Zeit später mit gepacktem Koffer zum Berliner Hauptbahnhof. „Wir fühlen uns in der Großstadt sehr wohl, aber die Stadt gibt uns nicht immer, das was wir brauchen, wenn wir uns erholen möchten. Die Natur fehlt.“ Mittlerweile verbringen beide ihren vierten Urlaub in den Nockbergen. „Ob das Zwitschern der Vögel, das Plätschern des Quellwassers oder das Rauschen des Windes in den Bäumen: Verbunden mit dem unsagbaren Weitblick sind es diese Momente, in denen wir erholen, entspannen und neue Kraft für den Alltag schöpfen können.“

Wertschätzend und respektvoll

Günter hat mit seiner Frau das geschaffen, was Fabian als „heile Welt-Urlaub“ bezeichnet und damit in keinster Weise ironisch klingen will, sondern vielmehr wertschätzend und respektvoll. „Es ist einerseits die Freude an dem Ort, welcher aber nur dank der Menschen, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist, funktioniert.“ Die Kombination aus Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit sanftem Tourismus ist für ihn einzigartig. „Günter erzählt seinen Gästen keine Märchen, sondern spricht in einer Weise über das wahre Leben am Land, sodass es Erwachsene und Kinder gleichermaßen verstehen.“

„ Es ist einerseits die Freude an dem Ort, welcher aber nur dank der Menschen, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist, funktioniert. “

Fabian aus Berlin

Lernen, wie Landwirtschaft funktioniert

Das Natur Gut Lassen hat für Fabian absolut nichts Künstliches an sich, sondern befindet sich vielmehr im Einklang mit der Gastgeberfamilie, die hier lebt, wirtschaftet und seit vielen Generationen mit Wiesen, Wald und Boden verwurzelt ist. „In der Großstadt haben wir unsere Freunde, unser soziales Umfeld, wir fühlen uns wohl. Aber es ist für jedes Mal riesig, wenn wir hierher kommen dürfen, Teil einer anderen Lebenswelt werden und verstehen lernen, wie gewisse Prozesse funktionieren.“

Glück in der Stadt mit Sehnsucht zum Land

Fabian trägt diese generelle Sehnsucht nach dem Land tief in sich, ist sich aber darüber im Klaren, dass diese nicht jeder hat: „Ich würde niemals behaupten, dass diese Art von Urlaub für jede Familie geeignet ist. Für mich gibt es diese Sehnsucht, weil die Stadt manchmal sehr anstrengend sein kann. Viele meiner Bekannten sind jedoch bekennende Städter, die zieht es nicht aufs Land. Ich denke daher, dass man das nicht verallgemeinern kann. Für mich hingegen ist es pures Glück: Der Abstand zur Hektik, die gute Luft, das frische Wasser, der weite Blick, die gewonnene Zeit mit meiner Tochter. Der Ort ist für mich so vollkommen, dass ich mich manchmal frage, ob ich übertreibe, aber ich habe es mir abgewöhnt, deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben.“

Damit meint Fabian, dass er gerne mal das ein oder andere Ausflugsziel sausen lässt, welches in unmittelbarer Nähe wäre, einfach nur, um am Pool seinen Gedanken nachzuhängen oder sich gemeinsam mit der Tochter ein Körberl zu schnappen um im Wald nach Pilzen und Beeren zu suchen. „Du bist in wenigen Minuten von der Terrasse auf der Alm, vom Tischtennistisch im Wald und kannst die Natur aufsaugen. Am Barfußpfad geht es vorbei an Forellenteichen, Wildblumenweisen und summenden Bienenstöcken.“ Die gesammelten Beeren werden auf Wunsch gerne in der Küche verarbeitet und zum Frühstück am nächsten Tag serviert. Es ist ein einheitlicher Kreislauf, der hier wirkt. Sämtliche Milchprodukte werden am Hof erzeugt, man erlebt Zusammenhänge hautnah und kann so tief in die Materie eintauchen, wie das Eigeninteresse eben vorhanden ist.

 

Strand oder Berge? Beides

„Früher war der Strandurlaub mein Ding, heute sind es die Berge, beides hat seine Berechtigung.“ Weil Zukunft für Fabian nichts ist, was einfach passiert, sondern eine Frage der Gestaltung in sich birgt. Und hier am Natur Gut Lassen, wo man die Seele ein Stück weit baumeln lassen kann, hat sich schon so manche Antwort auf drückende Fragen gefunden.

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Sabine Ertl
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