Urlaub am Bauernhof ist viel mehr als nur eine Unterkunft
Schon bei unserer Ankunft haben wir gemerkt, dass Urlaub am Bauernhof anders ist. Es geht nicht nur darum, wo man übernachtet, sondern vor allem auch um die Menschen, die hier leben und ihren Hof mit viel Herz führen.
Während unser Jüngster im Bunde am liebsten sofort zu den Lämmern, Hühnern und zum Traktor wollte, hatte unsere Hündin Serena ihr persönliches Highlight schon gefunden: Eine getrocknete Lammlunge aus eigener Bioproduktion als Begrüßungsleckerli bekommt man schließlich nicht alle Tage. Auch mit Hofhündin Lucy war schnell eine neue Urlaubsfreundin gefunden – die beiden drehten gleich ihre ersten gemeinsamen Runden über den Hof.
Bevor wir zu unserer Unterkunft aufbrachen, schauten wir noch im Hofladen vorbei und deckten uns mit allerlei Köstlichkeiten für die nächsten Tage auf der Alm ein. Bäuerin Sabine nahm sich viel Zeit für uns, begleitete uns noch hinauf zur Roadlhütte und erklärte uns alles, was wir für unseren Aufenthalt auf der Alm wissen mussten.
Genau dieses herzliche Willkommen macht für uns Urlaub am Bauernhof aus. Man lernt die Gastgeber kennen, bekommt Einblicke in das Leben am Hof und spürt schnell, mit wie viel Leidenschaft hier gearbeitet und gelebt wird.
Das größte Geschenk war die gemeinsame Zeit
Wir haben uns ganz bewusst für einen Urlaub abseits vom Gewohnten und vom Alltag entschieden – und können sagen: Es war genau richtig. Auf der Roadlhütte gab es keinen Strom und kein fließendes Wasser. Dafür gab es etwas, das im Alltag oft viel zu kurz kommt: gemeinsame Zeit.
Plötzlich wurden die kleinen Dinge wieder wichtig. Gemeinsam auf der Terrasse frühstücken, den Blick über die Berge schweifen lassen, einen Blumenstrauß pflücken, Brennholz für die Feuerstelle sammeln oder den Abend bei Karten- und Brettspielen neben dem warmen Tischherd ausklingen lassen. Niemand musste irgendwohin, niemand hatte es eilig – und genau das hat sich richtig gut angefühlt.
Besonders lustig ist, woran sich unser jüngster Sprössling heute noch am liebsten erinnert. Während wir allen von der fantastischen Aussicht auf der Schießlingalm erzählen, redet er fast täglich vom kleinen Erdkeller auf der Roadlhütte und von der steilen Treppe ins Schlaflager, die er unzählige Male hinauf- und wieder hinuntergeklettert ist. Natürlich musste er auch mehrmals am Tag nachsehen, ob sich im Erdkeller nicht doch die Almhexe versteckt. Daran merkt man erst, wie unterschiedlich jeder einen Urlaub erlebt – und dass oft die kleinen Dinge die größten Erinnerungen hinterlassen.
Auch Hündin Serena hat diese Ruhe sichtlich genossen. Statt von einem Programmpunkt zum nächsten zu eilen, verbrachten wir die Tage mit gemütlichen Gassirunden. Wir Zweibeiner saßen vor der Hütte, genossen die Aussicht oder nahmen uns Zeit für ein gutes Buch. Für Serena gab es kaum etwas Schöneres, als in der Sonne zu liegen, die Schnauze in den Wind zu halten und all die neuen Gerüche der Alm aufzunehmen. Und uns wurde wieder einmal bewusst: Wenn wir Erwachsenen zur Ruhe kommen, überträgt sich das auch auf Kinder und Hund.
Vielleicht war genau das unser größtes Urlaubserlebnis: nicht möglichst viel zu erleben, sondern sich wieder Zeit zu nehmen – füreinander, für die Natur und einfach für den Moment.
Ein Abendessen, das wir so schnell nicht vergessen werden
Das größte Erlebnis auf der Roadlhütte war für uns das Grillen auf der Feuerstelle direkt vor der Hütte. Das Wichtigste war bereits vorbereitet: Brennholz, Anzünder, Holzspäne und Grillschalen lagen schon bereit. Für unser jüngstes Familienmitglied gehörte aber auch das Sammeln von Brennholz und kleinen Steckerl zum Abenteuer dazu – eine Aufgabe, die er mit voller Begeisterung übernahm, bevor wir uns ans Grillen machten.
Anfangs waren wir uns gar nicht sicher, ob wir das alles so gut hinbekommen würden: Feuer anzünden, den Grillrost richtig über der Feuerstelle platzieren und anschließend Fleisch, Gemüse, Würstel und Steckerlbrot direkt über dem offenen Feuer zubereiten.
Umso größer war die Freude, als alles perfekt funktionierte und wir jeden Abend etwas Köstliches auf den Tisch zauberten. Dazu hatten wir auch noch richtig Glück mit dem Wetter. Wir konnten bis in den Abend hinein draußen sitzen, den Sonnenuntergang genießen und den Tag ganz bewusst ausklingen lassen.
Vielleicht hat das Essen genau deshalb so gut geschmeckt. Nicht nur, weil wir es gemeinsam zubereiteten, sondern weil wir uns für alles Zeit genommen haben.
Warum sich unser Hund vom ersten Moment an wohlgefühlt hat
Was braucht ein Hund eigentlich für einen gelungenen Urlaub? Wenn wir unsere Dalmatinerhündin Serena fragen könnten, wäre die Antwort wahrscheinlich ganz einfach: dabei sein und entspannte Menschen um sich haben. Genau das hat sie auf der Roadlhütte garantiert so erlebt.
Auf rund 1.500 Metern Seehöhe herrschten selbst Ende Mai angenehm kühle Temperaturen. Direkt vor der Hütte warteten Almwiesen, neue Gerüche und jede Menge Platz zum Schnuppern. Keine Straßen, keine Autos – einfach die Tür öffnen und gemeinsam hinaus in die Natur.
Am Abend zog sich Serena zufrieden in ihr Hundebett direkt neben dem warmen Tischherd zurück, während wir den Tag bei einem Spieleabend ausklingen ließen. Und genau da wurde uns wieder bewusst: Für einen Hund braucht es oft gar nicht viel. Gemeinsam unterwegs sein, Zeit mit der Familie verbringen und Menschen um sich haben, die selbst zur Ruhe kommen. Denn wenn wir entspannt sind, ist es meistens auch unser Hund.
Die Roadlhütte – das erwartet dich
Wer Urlaub mit Hund am Bauernhof sucht und gleichzeitig eine urige Almhütte erleben möchte, findet mit der Roadlhütte einen ganz besonderen Ort.
Die Roadlhütte gehört zum Roadlhof von Sabine und Hubert Lenger in Aflenz in der Hochsteiermark. Der Hof liegt idyllisch zwischen Kapfenberg und Mariazell und ist vor allem für seine Schafhaltung sowie die Selbstvermarktung von Lammfleisch und Lammspezialitäten bekannt. Im hofeigenen Laden werden außerdem zahlreiche Köstlichkeiten aus eigener Herstellung angeboten – darunter Liköre, Gewürze, Marmeladen und viele weitere Spezialitäten.
Die Roadlhütte liegt auf rund 1.500 Metern Seehöhe auf der Schießlingalm und ist über eine Mautstraße in etwa 30 Minuten vom Roadlhof aus erreichbar. Auf der Alm erwarten dich ein Almgasthaus, einige urige Almhütten und eine beeindruckende Aussicht auf die Berge der Hochsteiermark. Die Roadlhütte selbst bietet Platz für bis zu acht Personen und verbindet urigen Hüttencharme mit allem, was man für eine gemütliche Auszeit braucht.
Auf einen Blick
- 🏡 Traditionelle Almhütte auf rund 1.500 m Seehöhe
- 👨👩👧👦 Platz für bis zu 8 Personen
- 🐾 Hunde willkommen
- 🔥 Feuerstelle und Tischherd
- 🛏️ Gemütliches Schlaflager im Obergeschoss
- 💧 Frisches Wasser wird in Milchkannen und Kanistern bereitgestellt
- 🔦 Beleuchtung mit Akku- und Batterielampen
- 🐑 Roadlhof mit Schafhaltung, Hofladen und Lamm-Spezialitäten
Unser Fazit
Wir stöbern schon nach dem nächsten Urlaub mit Hund am Bauernhof
Wenn uns jemand vor einem Jahr gefragt hätte, ob Urlaub mit Hund am Bauernhof für uns infrage kommt, hätten wir wahrscheinlich nicht sofort daran gedacht. Umso mehr hat uns überrascht, wie vielfältig Urlaub am Bauernhof tatsächlich ist. Von urigen Almhütten über gemütliche Bauernhöfe bis hin zu hundefreundlichen Unterkünften in ganz Österreich – uns war vorher gar nicht bewusst, wie groß die Auswahl ist. Besonders praktisch fanden wir die vielen Filtermöglichkeiten auf der Website, mit denen wir gezielt nach hundefreundlichen Betrieben und den unterschiedlichsten Urlaubserlebnissen suchen konnten.
Noch viel mehr als die große Auswahl ist uns aber etwas anderes in Erinnerung geblieben: Urlaub am Bauernhof ist weit mehr als nur eine Unterkunft. Es geht um echte Begegnungen, herzliche Gastgeber, regionale Produkte und das gute Gefühl, für ein paar Tage wieder bewusster zu leben und sich vom Alltag zu entschleunigen.
Für uns war diese Reise weit mehr als ein paar Tage Auszeit. Sie war ein Geschenk. Zeit mit der Familie, um gemeinsam Neues zu entdecken, Zeit mit unserem Hund und Zeit füreinander – ohne Hektik, ohne Ablenkung und ohne das Gefühl, ständig etwas erleben zu müssen.
Eines wissen wir deshalb schon heute: Beim nächsten Urlaub mit Hund werden wir ganz sicher wieder bei Urlaub am Bauernhof stöbern. Diese Reise hat unsere Neugier geweckt – auf neue Gastgeber, besondere Unterkünfte und all die Urlaubserlebnisse, die es hier noch zu entdecken gibt. Manchmal braucht es einfach den Mut, etwas Neues auszuprobieren. Für uns hat sich genau das mehr als gelohnt.
Sonja Stocker
Gründerin WauWander, 1 Artikel