Wissenswertes, DIY-Strohsterne und Tipps für die Raunächte

Weihnachten am Bauernhof, 26.11.2021, Elisabeth Freundlinger

In Oberösterreich entstand nicht nur der Brauch des „Christbaumtauchens“. Habt ihr schon einmal von der „Kripperlroas“ oder dem „Rauzöhn“ gehört? Diese Begriffe erklären wir euch im Magazinartikel. Kräuterpädagogin Silke Antensteiner vom Kinderbauernhof Zamsegg lässt uns an ihrem Wissen rund ums Räuchern teilhaben und teilt eine tolle DIY-Geschenksidee: Strohsterne! Die weihnachtlichen Basteleien machen auf jedem Christbaum was her. Auch die Kulinarik kommt in Oberösterreich nicht zu kurz: Johann Kleiner präsentiert sein berühmtes „Kletzenbrot“.

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Blumenstrauß wird in den Händen gehalten  | © Urlaub am Bauernhof

Weihnachtstraditionen in Oberösterreich

Zu Beginn ein paar weihnachtliche Informationen über oberösterreichisches Brauchtum

Wussten Sie, dass „Christkindl“ ein Stadtteil der oberösterreichischen Stadt Steyr ist? Hier gibt es eine berühmte Wallfahrtskirche Christkindl mit einer wächsernen Christkindl-Figur am Altar, und hier befindet sich auch das berühmte Sonderpostamt, an das schon so mancher Christkindbrief geschickt wurde.

Was gibt es sonst in Oberösterreich? – Zum Beispiel den Bratwürstelsonntag! Am ersten Adventwochenende werden in Oberösterreich traditionellerweise Bratwürstel mit Sauerkraut und Röstkartoffeln gegessen.

 

  • Der Nikolo kommt in Oberösterreich auf vielfältige Weise. Manchmal mit dem Ruderboot (Obertraun am Hallstättersee) dann wieder zu Pferde (zB Pasching oder Vöcklabruck) oder gar mit dem Heißluftballon (Steyr).

 

  • „Raunachtln“ heißt es, wenn im Innviertel die Kinder in den Raunächten herumziehen. Verkleidet wandern sie von Haus zu Haus und bitten um „Rauzöhn“ (= Rauzelten).

 

  • Vor 55 Jahren entstand in Gmunden der Brauch des Christbaumtauchens, welcher inzwischen in vielen Österreichischen Seen und Flüssen praktiziert wird. Dabei werden beleuchtete Christbäume im Wasser versenkt und von Feuerwehr und Wasserrettung feierlich geborgen. Mit diesem Brauch gedenkt man der im Lauf des Jahres im Wasser Verunglückten.

 

  • Jeden Advent öffnen die privaten Krippenbauer in Ebensee und Bad Ischl die privaten Türen und bitten zur „Kripperlroas“. Manchmal gibt es auch Führungen.

 

  • Sehenswert ist auch das Steyrer Kripperl, eines der letzten existierenden Stabpuppen-Theater. Seit 1923 hat es im Innerberger Stadel am Grünmarkt seinen fixen Platz; Aufführungen gibt’s von Mitte November bis Ende Jänner.

 

  • Zur Christmette wird in Oberösterreich vielerorts ein stimmungsvolles Turmblasen veranstaltet. Im Mühlviertler Rohrbach findet dies etwa direkt vom Balkon des Glockenturms statt. Das ist ein wahrhaft sehens- und hörenswertes Erlebnis!

 

  • Mit dem Glöcklerlauf am 5.1. enden die Raunächte im Salzkammergut. Weiß gekleidete Gruppen tragen die Glocken herum und erbitten Schutz und Segen für das neue Jahr.

Weihnachten bei der „Kräuterhexe“

Auch das Räuchern ist ein wichtiger Brauch, welcher in den traditionellen oberösterreichischen Haushalten, vor allem auf den Bauernhöfen, immer noch praktiziert wird. Eine Expertin fürs Räuchern ist die Bäuerin Silke Antensteiner vom Kinderbauernhof Zamsegg in Vorderstoder. Was die selbsternannte Kräuterhexe übers Räuchern sagt, ist hier nachzulesen: Räuchern - mystisches Brauchtum (urlaubambauernhof.at)

Gern lässt die Kräuterpädagogin auch ihre Gäste an ihrem Wissen teilhaben. Die Kräuter fürs Rauchpfandl sammelt die Bäuerin übrigens in der unmittelbaren Umgebung. Wichtig sind Beifuß, Salbei, Fichten- oder Tannenreisig – manches verwendet Silke Antensteiner frisch, anderes in getrockneter Form. Auf Weihrauch verzichtet sie hingegen, da dies kein heimisches Kraut ist und Regionalität für die Bäuerin auch bei diesem Brauch eine Rolle spielt.

Nachhaltigkeit ist auf dem KInerbauernhof Zamsegg mehr als ein Schlagwort. Deshalb gibt’s beim Weihnachtsfest mit der Familie auf den Brötchen auch keinen Lachs, sondern geräucherte Forelle aus der unmittelbaren Region.

Für uns hat Silke Antensteiner heute einen Basteltipp für Strohsterne mitgebracht:

Strohsterne selbst gemacht

Zubehör: 

Strohhalme, Garn oder Zwirn. Für die Unterlage nimmt man am besten entweder einen festen Karton oder Styropor, in die man eine Stecknadel stecken kann.

So geht’s:

Die Strohhalme zuerst ein paar Minuten in Wasser einweichen, dann, wenn möglich, flachbügeln. Die Halme in die gewünschte Größe schneiden und nach Belieben auf der Unterlage auflegen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Der Stern wird in der Mitte mit der Stecknadel auf der Unterlage festgesteckt, dann muss man mit Faden oder Zwirn– von unten nach oben – rund um die Mitte „weben“, indem man einen oder mehrere Kreise um den Stecknadelkopf zieht. Sind die Halme zum Stern fixiert, wird der restliche Faden als Aufhänger zur Schlaufe gezogen.

Nun wird der Strohstern nach Belieben verziert: Man kann die Enden der Halme mit der Schere zackig schneiden und den Stern mit Perlen oder Goldflitter verzieren, Moos oder Beeren aufkleben …

Lasst euch inspirieren! Viel Spaß!

Aus der Bauernküche

Und was tut sich im oberösterreichischen Advent kulinarisch? Bratwürstel spielen eine große Rolle, nicht nur am ersten Advent. Oft werden auch zum Festtagsessen am Heiligen Abend Bratwürstel serviert. Etwa in und um Braunau, wo nach der Christmette (wenn die Fastenzeit endet) köstliche Mettenwürstel aufgetischt werden. Ein traditionelles Essen nach der Mette ist auch die „Schnittlsuppe", eine Brotsuppe mit gekochtem Schweinefleisch.

Johann Kleiner, Urlaub am Bauernhof-Vermieter vom Kaspergut in Feldkirchen bei Mattighofen, hat uns eines seiner Lieblingszezepte verraten. Das berühmte Kletzenbrot hat der ehemalige Bäcker nämlich schon seit vielen Jahren in seinem weihnachtlichen Repertoire: Kletzenbrot (urlaubambauernhof.at)

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Elisabeth Freundlinger
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